Wer in der Schweiz nach bezahlbarem Wohneigentum sucht, stösst früher oder später auf den Kanton Freiburg. Zwischen Berner Mittelland und Westschweiz gelegen, bietet er etwas, das in Zürich oder Bern längst zur Seltenheit geworden ist: Quadratmeterpreise, die sich ein normaler Haushalt noch leisten kann. Im Durchschnitt liegen die Immobilienpreise im Kanton Freiburg bei CHF 6'534 bis 7'380 pro Quadratmeter — Werte, die manchem Zürcher die Sprache verschlagen dürften. Doch der Kanton ist kein homogenes Gebilde. Zwischen dem deutschsprachigen Sensebezirk und dem urbanen Saanebezirk rund um die Stadt Freiburg liegen Welten — nicht nur sprachlich, sondern auch preislich. Die Preisentwicklung der letzten zwölf Monate zeigt zudem: Wer zu lange zögert, zahlt bald deutlich mehr. Mit einem Anstieg von +9.8 Prozent innert eines Jahres gehört Freiburg zu den dynamischsten Immobilienmärkten der Schweiz. Was bedeutet das für Käuferinnen und Käufer? Wo liegen die günstigsten Gemeinden, und wo wird es teuer? Dieser Artikel liefert die Zahlen — und ordnet sie ein.
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Stelle Fragen zu einer ImmobilieEs gibt Kantone, in denen man für den Quadratmeterpreis einer Dreizimmerwohnung in Freiburg ein ganzes Einfamilienhaus finanzieren könnte — und es gibt Freiburg. Mit durchschnittlich CHF 6'534 bis 7'380 pro Quadratmeter positioniert sich der Kanton im schweizweiten Vergleich im unteren Mittelfeld. Das klingt nüchtern, ist aber für viele Familien die entscheidende Zahl: Denn während in der Stadt Zürich längst die Marke von CHF 15'000/m² geknackt wurde und selbst im Kanton Bern die Preise vielerorts über CHF 8'000/m² liegen, bleibt Freiburg ein Ort, an dem Wohneigentum keine reine Oberschichten-Angelegenheit ist.
Für Einfamilienhäuser bewegen sich die Quadratmeterpreise zwischen CHF 6'541 und 7'321/m², je nach Lage und Zustand. Eigentumswohnungen liegen im Schnitt bei rund CHF 7'439/m² — ein Aufschlag, der sich durch die höhere Nachfrage nach Stockwerkeigentum in urbanen Lagen erklärt. Besonders bemerkenswert: Selbst in der Stadt Freiburg, dem teuersten Pflaster des Kantons, bleiben die Preise unter dem, was man in vergleichbaren Schweizer Städten bezahlt.
Der Kanton Freiburg gliedert sich in sieben Bezirke, die sich in Sprache, Charakter und Preisniveau erheblich unterscheiden. Für Kaufinteressierte ist diese Differenzierung entscheidend — denn die Durchschnittswerte des Kantons verschleiern die realen Unterschiede.
Der Sensebezirk ist für viele Bernerinnen und Berner das Tor zum Kanton Freiburg. Deutschsprachig, ländlich geprägt und mit guter Verkehrsanbindung an Bern, bietet er die günstigsten Quadratmeterpreise des Kantons. Düdingen, die grösste Gemeinde des Bezirks, verzeichnet einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von CHF 6'341/m² — bei Häusern CHF 6'570/m², bei Wohnungen CHF 6'165/m². Gemeinden wie Wünnewil-Flamatt, Schmitten oder Tafers bewegen sich in ähnlichen Bereichen.
Der Saanebezirk rund um die Kantonshauptstadt Freiburg ist naturgemäss teurer. Die Nähe zur Universität, das kulturelle Angebot und die zentrale Lage treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Wer hier kauft, zahlt einen Aufpreis — erhält dafür aber urbane Infrastruktur und zweisprachiges Flair.
Der Seebezirk mit dem historischen Städtchen Murten am gleichnamigen See verbindet Lebensqualität mit moderaten Preisen. Die Seelage und die touristische Attraktivität sorgen allerdings dafür, dass die Preise über dem Kantonsdurchschnitt liegen. Im Greyerzbezirk rund um Bulle wiederum treibt der Tourismus — Stichwort Gruyère — die Preise nach oben, besonders für Ferienwohnungen und Chalets.
Die Zeiten, in denen man im Kanton Freiburg in aller Ruhe nach dem perfekten Objekt suchen konnte, sind vorbei. Die Preisentwicklung der letzten zwölf Monate spricht eine deutliche Sprache: +9.8 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Bei Einfamilienhäusern fiel der Anstieg mit +10.5 Prozent noch stärker aus — ein klares Zeichen dafür, dass der Wunsch nach dem eigenen Haus mit Garten ungebrochen ist. Eigentumswohnungen legten um +9 Prozent zu.
Hinter diesen Zahlen steckt ein bekanntes Muster: Der Kanton Freiburg profitiert von seiner Lage zwischen den Wirtschaftszentren Bern und Lausanne, von vergleichsweise tiefen Steuern und von einer Lebensqualität, die sich herumgesprochen hat. Die Zuwanderung aus teureren Kantonen — insbesondere aus Bern — hält die Nachfrage hoch, während das Angebot an Bauland und Bestandsliegenschaften begrenzt bleibt.
Die Quadratmeterpreise im Kanton Freiburg werden von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Wer den Markt verstehen will, muss über die reinen Zahlen hinausblicken:
Erstens: «Im Kanton Freiburg ist alles günstig.» Das stimmt so nicht. Die Stadt Freiburg und touristische Lagen im Greyerzbezirk erreichen Preise, die durchaus mit mittelgrossen Schweizer Städten vergleichbar sind. Wer günstig kaufen will, muss gezielt in den Sensebezirk oder ländliche Gemeinden schauen.
Zweitens: «Die Preise sind am Anschlag — jetzt sinken sie wieder.» Die Preisentwicklung von +9.8 % zeigt das Gegenteil. Solange die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Zuwanderung aus teureren Kantonen anhält, gibt es wenig Grund für fallende Preise. Korrekturen sind möglich, ein Einbruch ist bei der aktuellen Marktdynamik unwahrscheinlich.
Drittens: «Quadratmeterpreise sind direkt vergleichbar.» Ein Quadratmeterpreis von CHF 6'500 für einen Neubau in Düdingen und CHF 6'500 für ein unrenoviertes Haus aus den 1960er-Jahren sind zwei völlig verschiedene Realitäten. Der Zustand, das Baujahr und der Renovationsbedarf müssen zwingend in die Berechnung einfliessen.
Was kosten Immobilien im Kanton Freiburg pro Quadratmeter? Die Antwort lautet: deutlich weniger als in Bern oder Zürich, aber zunehmend mehr als noch vor einem Jahr. Mit Quadratmeterpreisen zwischen CHF 6'534 und 7'380 bleibt der Kanton einer der attraktivsten Immobilienmärkte der Schweiz — besonders für Familien, die aus dem Kanton Bern zuziehen und die Kombination aus tiefen Steuern, moderaten Immobilienpreisen und hoher Lebensqualität schätzen. Der Sensebezirk mit Gemeinden wie Düdingen bietet dabei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer kaufen will, sollte allerdings nicht zu lange warten: Die Preisentwicklung von knapp zehn Prozent pro Jahr macht Abwarten zu einer teuren Strategie.
Egal, welche Fragen du rund um Immobilien hast – Loft ist da, um sie dir übersichtlich, verständlich und zuverlässig zu beantworten.
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