Bei der Planung des Eigenheims wird jeder Cent zweimal umgedreht. Doch während angehende Hauskäufer akribisch ihre Lohnausweise und Steuererklärungen studieren, übersehen viele eine bestehende finanzielle Verpflichtung, die auf den ersten Blick gar nichts mit der Immobilie zu tun hat: das Auto-Leasing. In der Schweiz ist das Leasing von Fahrzeugen im Privatsektor enorm populär. Wer monatlich eine fixe Rate für sein Auto überweist, empfindet dies oft als normalen Teil der Lebenshaltungskosten. Für die Kreditspezialisten einer Bank ist ein privates Leasing jedoch kein harmloser Konsumposten, sondern eine feste finanzielle Verpflichtung, die das monatlich frei verfügbare Einkommen mindert. Da die Richtlinien zur Vergabe von Hypotheken in der Schweiz extrem streng reguliert sind, wird im Rahmen der Bonitätsprüfung routinemässig eine Abfrage bei der Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK) durchgeführt. Ein dort registrierter Leasingvertrag schlägt bei der Tragbarkeitsrechnung der Bank direkt und unbarmherzig ein.
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Stelle Fragen zu einer ImmobilieEin privates Leasing mindert das für die Hypothek anrechenbare Bruttoeinkommen direkt. Die Banken ziehen die jährlichen Gesamtkosten des Leasings (monatliche Rate x 12) vorab von Ihrem Bruttolohn ab, bevor sie die 33-Prozent-Tragbarkeitsregel anwenden. Da die Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 % rechnen, hat eine monatliche Leasingrate von beispielsweise 500 Franken zur Folge, dass sich Ihre maximale Hypothekarsumme um rund 100'000 bis 120'000 Franken reduziert.
Um den exakten Einfluss eines Leasings auf Ihren Wohntraum zu verstehen, muss man die mathematische Logik der Banken betrachten. Die Grundregel der Tragbarkeit besagt, dass die kalkulatorischen Kosten der Immobilie (Zinsen zu 5 %, Nebenkosten zu 1 % und Amortisation) maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens verschlingen dürfen.
Existiert ein Leasingvertrag, wendet die Bank folgendes Verfahren an: Sie berechnet die jährliche finanzielle Belastung durch das Fahrzeug. Beträgt die monatliche Leasingrate beispielsweise 600 Franken, ergibt dies eine feste Jahresverpflichtung von 7'200 Franken. Dieser Betrag wird nun direkt vom Bruttolohn abgezogen.
Verdient ein Antragsteller beispielsweise 120'000 Franken brutto im Jahr, schrumpft sein für die Bank massgebendes Einkommen durch das Leasing auf 112'800 Franken. Da von diesem reduzierten Betrag nur noch 33 Prozent für die Liegenschaftskosten aufgewendet werden dürfen, sinkt das maximal erlaubte Budget für die Hypothek drastisch. Das Leasing wirkt somit wie ein negativer Hebel auf die maximale Kreditsumme.
Wie stark dieser Abzug die Kaufkraft auf dem Immobilienmarkt einschränkt, verdeutlicht ein direktes Vergleichsbeispiel. Wir nehmen ein Ehepaar mit einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von 150'000 Franken.
Das vermeintlich erschwingliche Leasingfahrzeug führt in diesem realistischen Szenario dazu, dass das Paar beim Hauskauf plötzlich 40'000 Franken weniger Kredit von der Bank erhält. Liegt der Kaufpreis der Wunschimmobilie genau an der Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit, kann dieser Unterschied das Projekt komplett zu Fall bringen.
Einige Kaufinteressenten kommen auf die Idee, das Leasing im Kreditgespräch einfach nicht zu erwähnen, da es ja über ein separates Konto oder eine andere Bank läuft. Dies ist in der Schweiz ein absolut aussichtsloses Unterfangen.
Jedes legale Konsumkredit- und Leasinginstitut in der Schweiz ist gesetzlich verpflichtet, bestehende Verträge der Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK) zu melden. Sobald Sie bei einer Bank eine Finanzierungsanfrage für eine Hypothek einreichen und die entsprechende Einverständniserklärung unterschreiben, drückt der Kreditspezialist auf den Knopf und sieht Ihren lückenlosen ZEK-Auszug. Dort sind nicht nur die laufenden Verträge mit der exakten monatlichen Rate hinterlegt, sondern auch die historische Zahlungsmoral (ob Raten pünktlich bezahlt wurden). Das Verschweigen einer solchen Verpflichtung führt im schlimmsten Fall zu einem sofortigen Vertrauensverlust und der Ablehnung des Hypothekargesuchs.
Wer merkt, dass die Tragbarkeit der Hypothek aufgrund des Fahrzeugs wackelt, hat verschiedene Optionen, um die Situation vor dem Notariatstermin zu bereinigen:
Ein privates Leasing ist im Schweizer Finanzierungssystem kein K.o.-Kriterium für eine Hypothek, aber ein Bremsklotz, den man exakt kalkulieren muss.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Wer in den nächsten ein bis zwei Jahren den Kauf einer Immobilie plant, sollte nach Möglichkeit darauf verzichten, einen neuen, langfristigen Leasingvertrag für ein teures Fahrzeug abzuschliessen. Die Priorität sollte klar beim Wohntraum liegen. Bestehende Verträge sollten rechtzeitig vor dem Bankgespräch analysiert werden. Oft ist es strategisch klüger, das Auto vorübergehend bar zu kaufen oder ein günstigeres Occasionsmodell zu fahren, um sich den maximalen finanziellen Spielraum für die Verhandlung der eigenen vier Wände zu sichern.
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