Der Traum von den eigenen vier Wänden scheitert in der Schweiz heute selten am guten Willen der Käufer, sondern meist an den harten mathematischen Hürden der Banken. Wer eine Immobilie erwerben möchte, muss gegenüber dem Finanzierungsinstitut zwei Kernkriterien erfüllen: die Belehnung (das Verhältnis von Eigenkapital zum Kaufpreis) und die Tragbarkeit. Während das Eigenkapital eine einmalige Hürde darstellt, sichert die Tragbarkeitsrechnung ab, dass der Wohntraum auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten langfristig bezahlbar bleibt. Die Tragbarkeit untersucht das Verhältnis zwischen den laufenden Gesamtkosten der Immobilie und dem Bruttoeinkommen des Käufers. Die Schweizer Banken wenden hierfür eine strikte, vom Gesetzgeber und der Bankiervereinigung streng regulierte Formel an. Die wichtigste Grundregel lautet: Die laufenden Liegenschaftskosten dürfen maximal ein Drittel (33 %) des Bruttohaushaltseinkommens ausmachen. Wer diese Schwelle überschreitet, erhält von der Bank in der Regel keine Finanzierung.
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Stelle Fragen zu einer ImmobilieDie Tragbarkeit einer Hypothek berechnet sich nach der Formel: (Kalkulatorische Zinsen + Nebenkosten + Amortisation) / Bruttoeinkommen x 100. Dieser Prozentwert darf maximal 33 % betragen. Das Besondere in der Schweiz: Die Banken rechnen dabei nicht mit den aktuell niedrigen Marktzinsen, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 %. Damit wird sichergestellt, dass Sie die Hypothek auch dann noch finanzieren können, wenn die Zinsen in Zukunft stark ansteigen sollten.
Um die Tragbarkeit zu berechnen, stellt die Bank eine hypothetische Jahresrechnung für Ihre Immobilie auf. Diese Gesamtkosten setzen sich aus drei verschiedenen Posten zusammen:
Wie unerbittlich diese Formel in der Realität greift, zeigt ein klassisches Rechenbeispiel für eine durchschnittliche Eigentumswohnung in der Schweiz.
Daraus ergeben sich für die Bank folgende kalkulatorische Jahreskosten:
Nun greift die 33 %-Regel. Die 55'000 Franken Jahreskosten müssen in ein Drittel des Einkommens passen. Das bedeutet, das mathematisch notwendige Bruttoeinkommen berechnet sich wie folgt: 55'000 CHF x 3 = 165'000 CHF.
Verdiene ein Paar oder eine Einzelperson weniger als 165'000 Franken brutto im Jahr, lehnt die Bank die Finanzierung für dieses Millionenobjekt ab – selbst wenn die effektiven Zinskosten beim aktuellen Marktzins vielleicht nur bei 15'000 Franken im Jahr liegen würden.
Da das Einkommen die Basis der Tragbarkeit bildet, schauen sich die Kreditspezialisten die Lohnabrechnungen sehr genau an. Nicht jeder Franken, der auf dem Konto landet, wird voll angerechnet:
Bei Paaren (Miteigentum) können beide Einkommen addiert werden. Allerdings prüfen Banken hier kritisch, ob das Einkommen auch dann noch tragbar bleibt, wenn in naher Zukunft eine Familienplanung ansteht und ein Partner das Pensum drastisch reduziert.
Wenn der Finanzierungsrechner der Bank "Nein" sagt, gibt es verschiedene legale Stellschrauben, um die Tragbarkeit positiv zu beeinflussen:
Auch wenn der kalkulatorische Zinssatz von 5 % im historischen Vergleich der letzten Jahre extrem hoch und fast schon unfair wirkt: Er ist das wichtigste Stabilitätsinstrument des Schweizer Immobilienmarktes. Er verhindert, dass sich Käufer in Phasen extrem niedriger Zinsen finanziell übernehmen und bei einer Normalisierung des Marktes reihenweise ihre Häuser an die Banken verlieren. Wer die 33 %-Hürde bei der Tragbarkeit meistert, hat das verlässliche Fundament, dass die Immobilie auch in Krisenzeiten ein sicheres Zuhause bleibt.
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